Cloud-Governance legt fest, wie ein Unternehmen Cloud-Dienste auf Basis definierter Regeln und Richtlinien betreibt. Durch die strukturierte Vorgehensweise stellt die Cloud-Governance sicher, dass Cloud-Services betriebsunterstützend wirken und die erforderliche Sicherheit bieten.
Im Kern handelt es sich bei Cloud-Governance um die Anwendung von IT-Governance-Richtlinien auf Cloud-Dienste – allerdings in deutlich größerem Umfang. Da Cloud-Umgebungen zahlreiche Services umfassen, muss die Cloud-Governance vielfältige Aspekte berücksichtigen, um einen reibungslosen und sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Cloud-Governance umfasst die Bereiche Finanzen, Betrieb, Sicherheit, Compliance, Datenmanagement, Anwendungsperformance, Asset-Management und Konfigurationen.
Praxisbeispiele für Cloud-Governance-Funktionen
Die meisten Unternehmen verfügen über ein Cloud-Governance-Komitee, das diese Funktion überwacht. Dieses Komitee setzt sich aus Vertretern der Geschäftsleitung, IT, Sicherheit, Compliance und den Fachbereichen zusammen. Es ist verantwortlich für die Festlegung und Überwachung der unternehmensweiten Cloud-Governance-Richtlinien und -Standards.
Sicherstellung der Einhaltung von Branchenvorschriften
Cloud-Governance wird zunehmend eingesetzt, um die Compliance-Programme von Unternehmen zu unterstützen. Zentrale Bereiche, in denen Cloud-Governance zur Einhaltung von Vorschriften beiträgt, sind die Bereitstellung von Rahmenwerken für folgende Aspekte:
- Zugriffsverwaltung:
Der Einsatz leistungsfähiger Identity and Access Management (IAM)-Systeme steuert, wer auf Cloud-Ressourcen und Daten zugreifen darf. - Auditierung und Überwachung:
Regelmäßige Überprüfung von Cloud-Aktivitätsprotokollen, um potenzielle Compliance-Verstöße im Zusammenhang mit Nutzerverhalten, Konfigurationen und Updates zu erkennen. - Datenklassifizierung:
Identifizierung und Kategorisierung vertraulicher Informationen, um auf Basis des Schutzbedarfs geeignete Sicherheitsmaßnahmen und Zugriffskontrollen zu implementieren. - Datenverschlüsselung:
Sicherstellung, dass alle vertraulichen Informationen sowohl bei der Speicherung als auch bei der Übertragung verschlüsselt werden, um bei einem Sicherheitsvorfall unbefugten Zugriff zu verhindern. - Vorfallreaktionsplanung:
Entwicklung und Durchsetzung klarer Prozesse zur Reaktion auf Sicherheitsvorfälle und zur Minimierung von Datenverlusten in der Cloud. - Lieferantenmanagement:
Regelmäßige Bewertung und Überwachung der Sicherheitspraktiken von Cloud-Service-Providern, um die Einhaltung relevanter Vorschriften sicherzustellen.
Im Folgenden finden Sie mehrere branchenspezifische Beispiele dafür, wie Unternehmen Cloud-Governance zur Unterstützung der Compliance nutzen:
- E-Commerce:
Online-Händler steuern mit Cloud-Governance die Überwachung und Verwaltung ihrer Cloud-Umgebungen, setzen robuste Verfahren für Auskunftsersuchen um, setzen Richtlinien zur Datenaufbewahrung durch und stellen sicher, dass die Einwilligung der Nutzer gemäß Datenschutzvorgaben eingeholt wird. - Finanzbranche:
Für Kreditkartenabwickler schafft Cloud-Governance strukturierte Kontrolle, indem sie sicherstellt, dass alle genutzten Cloud-Anbieter für PCI-DSS (Payment Card Industry Data Security Standard) zertifiziert sind, eine starke Verschlüsselung von Karteninhaberdaten implementiert wird und potenzielle Sicherheitslücken regelmäßig überwacht werden. - Gesundheitswesen:
Gesundheitsdienstleister nutzen Cloud-Governance, um ihre Cloud-Umgebungen zu überwachen und konforme Datenspeicherung sowie Zugriffskontrollen sicherzustellen. Cloud-Governance unterstützt zudem regelmäßige Risikoanalysen der Datenverarbeitung und gezielte Mitarbeiterschulungen zu Datenschutz und Datenmanagement.
Festlegung und Überwachung von Service-Level-Agreements (SLAs)
Auch Service-Level-Agreements (SLAs) werden durch Cloud-Governance-Richtlinien gesteuert. Diese Richtlinien geben Vorgaben zu Mindest-Servicelevels, Sicherheitsmaßnahmen und weiteren geschäftskritischen Aspekten.
Typische Anwendungsbeispiele für die Steuerung von SLAs durch Cloud-Governance sind:
- Compliance: Sicherstellung der Einhaltung relevanter gesetzlicher Anforderungen und Vorschriften.
- Datenmanagement: Unterstützung bei der Einrichtung von Datenzugriffskontrollen sowie Definition von Datenbesitz, Aufbewahrungs- und Löschregeln.
- Servicelevels: Festlegung von Mindest-Servicelevels, einschließlich Verfügbarkeit, Sicherheit und Reaktionszeiten.
Verwaltung von Datenlebenszyklen
Auch das Management von Datenlebenszyklen wird durch Cloud-Governance-Richtlinien gesteuert. Dazu gehören die Klassifizierung von Daten, Aufbewahrungsfristen, Zugriffskontrollen und Datenmaskierung.
Nachfolgend finden Sie praxisnahe Branchenbeispiele, wie Cloud-Governance das Datenlebenszyklusmanagement unterstützt:
- E-Commerce: Einsatz granularer Zugriffskontrollen, um den Zugriff auf bestimmte Kundendaten nach Rolle und Standort einzuschränken und damit Datenschutzgesetze einzuhalten, die den Schutz personenbezogener Daten durch Zugriffskontrollen vorschreiben.
- Finanzdienstleistungen: Implementierung von Aufbewahrungsrichtlinien für Transaktionsdaten von Kunden gemäß Compliance-Standards, die eine lückenlose Dokumentation erfordern.
- Gesundheitswesen: Festlegung unterschiedlicher Aufbewahrungsfristen für sensible Patientendaten (z. B. medizinische Unterlagen) entsprechend regulatorischer Vorgaben und klinischer Anforderungen.
- Einzelhandel: Maskierung sensibler Kundendaten (z. B. Kreditkartennummern) beim Datenaustausch zwischen verschiedenen Abteilungen.
Weitere Beispiele für Cloud-Governance-Funktionen
- Festlegung von Rollen und Verantwortlichkeiten
- Definition von Eskalationsverfahren für Warnmeldungen
- Umsetzung von Anforderungen an die Zugriffskontrolle
- Durchsetzung von Netzwerkrichtlinien
- Implementierung von Richtlinien zur Notfallwiederherstellung
- Bereitstellung von Leitlinien für Cloud-Nutzungsprotokolle
- Festlegung von Datenklassifizierungsschemata
- Festlegung zuverlässiger Cloud-Dienste
Warum Cloud-Governance wichtig ist
Eine fundierte Cloud-Governance-Strategie ist entscheidend, da sie Unternehmen dabei unterstützt, die vollen Vorteile der Cloud zu nutzen und teure Fehler zu vermeiden, die bei Cloud-Einführungen häufig auftreten.
Cloud-Governance schafft einen strukturierten Rahmen, um Technologie, Menschen und Prozesse optimal aufeinander abzustimmen. So lassen sich die gewünschten Ergebnisse erzielen, die Sicherheit wahren, Budgets einhalten und die Performance nachhaltig optimieren.
Im Folgenden werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie Cloud-Governance das Unternehmen unterstützt.
Unterstützt bei der Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten
Unternehmen nutzen Cloud-Governance als festes Rahmenwerk, um Rollen und Verantwortlichkeiten klar zu definieren und entsprechende Richtlinien konsequent durchzusetzen. Dazu gehören insbesondere Zugriffsberechtigungen, die über Identity and Access Management (IAM)-Systeme vergeben werden, sowie Entscheidungskompetenzen und Eskalationspfade. Zudem ermöglicht Cloud-Governance die kontinuierliche Überwachung und Auditierung dieser Rollen, um sicherzustellen, dass Zugriffsrechte stets bedarfsgerecht und sicher verwaltet werden.
Verbessert das Management von Cloud-Ressourcen
Cloud-Governance ermöglicht die Trennung von Cloud-Workloads in einzelne Accounts für Abteilungen, Projekte oder Kostenstellen. Diese Aufteilung trägt zur Kostenkontrolle bei, erhöht die Transparenz und verringert Sicherheitsrisiken.
Steigert die Effizienz der Verwaltung
Cloud-Governance vereinfacht die Definition und Anwendung von Richtlinien und ermöglicht deren organisationsweite Umsetzung. Dadurch wird die Kontrolle über Cloud-Ressourcen zentralisiert, um regelwidrige Aktivitäten zu minimieren und Teams eine effizientere Kostensteuerung zu ermöglichen.
Erleichtert die Verwaltung von Cloud-Computing-Ressourcen
Cloud-Governance gibt klare Vorgaben für das Management von Workloads, um eine optimale betriebliche Effizienz und Sicherheit zu gewährleisten. Beispielsweise kann sie Richtlinien enthalten, wann Multi-Tenant-Workloads, die sich in einem einzigen Cloud-Konto oder einer Subscription befinden, in separate Konten verschoben werden sollen.
Minimiert Cloud-Sicherheitsrisiken
Durch die Festlegung und Durchsetzung von Regeln verbessert Cloud-Governance den Schutz, die Integrität und die Verfügbarkeit von Daten. Die Kontrollen werden auf alle Systeme ausgeweitet, sodass Informationen unabhängig vom Speicherort geschützt werden.
Unterstützt die Umsetzung von Richtlinien zur Notfallwiederherstellung
Cloud-Governance wird häufig eingesetzt, um Richtlinien zur Notfallwiederherstellung zu gestalten. Ein zentraler Aspekt ist die Unterstützung von Unternehmen dabei, eindeutig zu bestimmen, welche Daten und Anwendungen für den Geschäftsbetrieb am kritischsten sind. Dadurch können der Schutz und die Wiederherstellungsbereitschaft dieser Ressourcen gezielt priorisiert werden.
Automatisierung und Cloud-Governance
Automatisierte Plattformen für das Management von Cloud-Governance-Richtlinien speichern Richtlinien und überwachen Aktivitäten. Wird ein Verstoß gegen eine Richtlinie festgestellt oder ist eine Genehmigung für bestimmte Aktionen erforderlich, kann das System automatisch reagieren.
Durch die Automatisierung von Cloud-Governance-Richtlinien können IT-Teams nach dem Prinzip der Ausnahmeverwaltung arbeiten. Dies spart Zeit und ermöglicht es dem IT-Personal, sich auf wertschöpfende Aufgaben zu konzentrieren.
Funktionen der Cloud-Governance-Automatisierung
Eine Plattform für das Management von Cloud-Governance-Richtlinien ermöglicht automatisierte Maßnahmen zur effizienten Steuerung von Cloud-Umgebungen. Zu den wichtigsten Funktionen gehören:
- Kostenkontrolle: Automatische Benachrichtigung, sobald die prognostizierten Kosten das monatliche Budget überschreiten.
- Auditierung: Kontinuierliche Überprüfung der Cloud-Nutzung zur Sicherstellung der Compliance.
- Prozessautomatisierung: Automatisierung zentraler Abläufe wie Infrastrukturbereitstellung, Richtliniendurchsetzung, Ressourcenallokation sowie Netzwerk- und Workload-Management.
- Sicherheitsmanagement: Automatische Erkennung und Behebung von Schwachstellen sowie das Beenden virtueller Maschinen mit unautorisierten offenen Ports.
- Workflow-Schutz: Anhalten von kritischen Aktionen bis zum Abschluss eines erforderlichen Genehmigungsprozesses.
- Zugriffskontrolle: Sofortiger Entzug von Berechtigungen bei fehlkonfigurierten Konten oder verdächtigen Aktivitäten.
- Echtzeit-Warnmeldungen: Sofortiger Versand von Benachrichtigungen (z. B. per E-Mail oder SMS) bei Richtlinienverstößen.
- Leistungssteuerung: Aussetzen des Starts einer virtuellen Maschine, falls deren CPU-Kapazität einen definierten Schwellenwert überschreitet.
Vorteile der automatisierten Cloud-Governance
Die Automatisierung von Cloud-Governance-Richtlinien bietet Unternehmen entscheidende strategische und operative Vorteile:
- Fehlerminimierung: Drastische Reduzierung menschlicher Fehler durch automatisierte Prozesse.
- Transparenz: Umfassender Einblick in die Cloud-Nutzung für eine fundierte Entscheidungsfindung.
- Optimierung: Effizientes Management von Sicherheit, Kosten, Betriebsabläufen und Systemperformance.
- Budgetkontrolle: Effektivere Planung und Verwaltung von Budgets durch präzise Verbrauchsanalysen.
- Skalierbarkeit: Überwachung komplexer Umgebungen, die weit über manuelle Kontrollmöglichkeiten hinausgehen.
- Effizienzsteigerung: Vereinfachung der Richtliniendefinition und Steigerung der administrativen Produktivität.
- Zentralisierte Steuerung: Einheitliche Durchsetzung von Richtlinien im gesamten Unternehmen zur Reduzierung nicht konformer Aktivitäten.
Grundsätze der Cloud-Governance
Grundsätze der Cloud-Governance bilden die Grundlage für ein effektives Programm. Die folgenden Aspekte sind entscheidend, um geeignete Kontrollen zur optimalen Nutzung von Cloud-Diensten bereitzustellen.
Asset- und Konfigurationsmanagement
Die Kontrolle über Assets und deren Konfigurationen ist ein wesentlicher Bestandteil der Cloud-Governance.
Da Cloud-Umgebungen schnell unübersichtlich werden können, sorgt Cloud-Governance für die notwendige Ordnung und strukturierte Prozesse. So lassen sich Betriebseffizienz wahren, Kosten steuern sowie Sicherheits- und Datenschutzanforderungen erfüllen. Cloud-Governance gibt klare Vorgaben für die Zuweisung und Konfiguration von Ressourcen.
Datenmanagement
Cloud-Governance spielt eine entscheidende Rolle beim Management des gesamten Datenlebenszyklus – von der Klassifizierung und Verschlüsselung über den Zugriff und die Speicherung bis hin zur Löschung. Durch die Definition und Durchsetzung klarer Governance-Richtlinien werden die notwendigen Kontrollen etabliert, um Daten sicher bereitzustellen, vertrauliche Informationen zu schützen und Datenmüll zu vermeiden. Letzteres ist besonders wichtig, um sowohl die Angriffsfläche für Cyberrisiken als auch unnötige Speicherkosten zu reduzieren.
Finanzmanagement
Die Integration des Finanzmanagements in die Cloud-Governance unterstützt Unternehmen dabei, die Cloud-Nutzung im vorgegebenen Budgetrahmen zu halten. Durch den gezielten Einsatz von Kostenkontrollen, Berichten und Warnmeldungen ermöglichen Cloud-Governance-Richtlinien eine verantwortungsvolle Nutzung von Cloud-Ressourcen. Dabei werden klare Vorgaben und Richtlinien definiert, um die Nutzung zu optimieren und Kostenüberschreitungen zu vermeiden.
Betriebsmanagement
Das Betriebsmanagement legt fest, wie Cloud-Ressourcen Services bereitstellen. Cloud-Governance-Richtlinien im Bereich Betriebsmanagement enthalten Vorgaben zur Ausführung zentraler Betriebsfunktionen.
Leistungsmanagement
Cloud-Governance umfasst Vorgaben für die Überwachung und Steuerung der Anwendungsleistung sowie der Infrastrukturressourcen. Dadurch wird eine effiziente und den Erwartungen entsprechende IT-Servicebereitstellung sichergestellt.
Security- und Compliance-Management
Die Funktionen des Security- und Compliance-Managements im Zusammenhang mit Cloud-Governance sollten auf bestehenden Sicherheitsrichtlinien, Programmen und Prozessen aufbauen.
Cloud-Governance-Frameworks
Cloud-Governance-Frameworks definieren die Funktionen, die unter die Grundsätze der Cloud-Governance fallen. Sie sind erforderlich, um Kontrollmechanismen zu etablieren und die Nutzung von Cloud-Ressourcen zu optimieren.
Alle diese Elemente sind miteinander verflochten und bilden gemeinsam ein umfassendes Cloud-Governance-Programm, das die Betriebsabläufe steuert, ohne die Anwender zu beeinträchtigen. Beispiele für die einzelnen Bereiche innerhalb von Cloud-Governance-Frameworks sind die folgenden:
Asset- und Konfigurationsmanagement
- Gesteuerte Prozesse zur Bereitstellung von Clustern oder zur Nutzung von Cloud-Diensten
- Vorgaben, welche Komponenten in einer Umgebung zur Unterstützung von Anwendungen ausgeführt oder bereitgestellt werden sollen
- Anweisungen zur Kontrolle der Nutzung und Speicherung von Geheimnissen wie Zugangsdaten und Verschlüsselungen
Datenmanagement
Ein effektives Datenmanagement im Rahmen der Cloud-Governance umfasst folgende Kernbereiche:
- Datenzugriff (Access Management)
- Datenlebenszyklusmanagement (Data Lifecycle Management)
- Datenschutz und Privatsphäre (Data Privacy)
- Datenqualität (Data Quality)
- Datensicherheit (Data Security)
- Datenverantwortung (Data Stewardship)
Finanzmanagement
- Zuweisung und Nachverfolgung von Kosten und Datennutzung
- Budgetierung
- Prognosen
- Lizenzverwaltung
Betriebsmanagement
Im Rahmen der Cloud-Governance umfasst das Betriebsmanagement die Definition und Steuerung zentraler IT-Prozesse:
- Workload-Steuerung: Entwicklung von Richtlinien und Prozessen für die Erstellung neuer Anwendungen und Workloads in der Cloud.
- Überwachung: Definition von Anforderungen für ein lückenloses Monitoring und Logging.
- Deployment: Strukturierte Bereitstellung von Anwendungscode in verschiedenen Umgebungen.
- Ressourcenplanung: Festlegung der Ressourcenallokation sowie Ermittlung und Schätzung des Bedarfs an Rechenleistung, Speicher und Netzwerkressourcen für neue Anwendungen.
- SLA-Compliance: Festlegung von Regeln zur Überwachung des Cloud-Zustands, um die Einhaltung vereinbarter Service-Level-Agreements sicherzustellen.
- Zugriffsanforderungen: Spezifizierung der notwendigen Anforderungen an die Identitäts- und Zugriffsverwaltung.
Leistungsmanagement
Das Leistungsmanagement im Rahmen der Cloud-Governance konzentriert sich auf die Überwachung und Optimierung kritischer Performance-Indikatoren:
- Reaktionszeiten: Überwachung der Latenzzeiten beim Abrufen von Daten, Laden von Webseiten oder Ausführen von API-Funktionen.
- Nutzeraktivität: Analyse der Anzahl gleichzeitig verbundener und aktiver Benutzer.
- Durchsatz: Messung der Datenbanktransaktionen pro festgelegtem Zeitintervall.
Sicherheits- und Compliance-Management
Ein ganzheitliches Sicherheits- und Compliance-Management umfasst folgende strategische Säulen:
- Anwendungssicherheit: Schutz der Softwareebene vor Bedrohungen.
- Resilienz: Planung von Backup, Wiederherstellung und Geschäftskontinuität (Business Continuity).
- Verschlüsselung: Sichere Datenverschlüsselung und effizientes Schlüsselmanagement.
- Zugriffskontrolle: Zentrale Identitäts- und Zugriffsverwaltung (IAM).
- Transparenz: Kontinuierliche Überwachung und Berichterstattung über den Systemzustand.
- Datenschutz: Implementierung und Kontrolle von Datenschutzrichtlinien.
- Risikomanagement: Systematische Risikobewertung und Steuerung potenzieller Gefahren.
Auswahl einer Cloud-Governance-Lösung
Cloud-Governance-Tools erfüllen eine Vielzahl geschäftskritischer Aufgaben, darunter:
- Compliance-Nachweis: Dokumentation der Einhaltung geltender Standards und gesetzlicher Vorschriften.
- Automatisierung: Ermöglichung eines hohen Automatisierungsgrades über diverse Datenquellen hinweg, einschließlich Multi-Cloud-Umgebungen und gehosteter Anwendungen.
- Datenschutz: Effiziente Verwaltung und umfassender Schutz unternehmensweiter Daten.
- Sichtbarkeit: Bereitstellung leistungsfähiger Suchfunktionen und Vereinfachung der Berichterstattung.
Bei der Auswahl einer Cloud-Governance-Lösung spielt die Komplexität der eigenen Strategie eine entscheidende Rolle. Für große Organisationen mit differenzierten Anforderungen sind spezialisierte Tools besonders wertvoll, um Managementfunktionen wie Ressourcenallokation und Kostensteuerung gezielt zu unterstützen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Frage, wie die jeweilige Lösung die Gesamtstrategie und die Implementierung folgender Best Practices unterstützt.
Kostenmanagement
Cloud-Governance-Richtlinien steuern die Implementierung von Kostenkontrollen und die Berichterstattung. Sie bilden die Basis für eine kontinuierliche Überwachung und Optimierung, um die wirtschaftlichen Ergebnisse nachhaltig zu verbessern.
Darüber hinaus bieten diese Richtlinien wertvolle Orientierung für das Kapazitätsmanagement. Dazu gehören:
- Ressourcen-Deallokation:Etablierung von Prozessen zur Identifizierung und Stilllegung ungenutzter Ressourcen (Deprovisionierung).
- Service-Analyse:Strategische Bewertung, in welchen Bereichen der Einsatz von Managed Services wirtschaftlich am sinnvollsten ist.
Betriebliche Exzellenz
Cloud-Governance legt fest, wie Ressourcen bereitgestellt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Ablösung manueller Prozesse durch Automatisierung.
Leistungsoptimierung
Cloud-Governance-Richtlinien steuern, wie Workloads bewertet und bereitgestellt werden, um eine optimale Performance zu gewährleisten.
Sicherheit
Cloud-Governance-Richtlinien müssen festlegen, wie die Sicherheit gewährleistet wird und wer dafür verantwortlich ist.
Eine klare Abgrenzung der Sicherheitsverantwortlichkeiten zwischen Dienstanbietern und Kunden ist dabei unerlässlich. Anschließend sollten Cloud-Governance-Richtlinien eingesetzt werden, um sicherheitsrelevante Rollen und Vorgaben konsequent durchzusetzen.
Praxisbeispiele für die Vorteile der Cloud-Governance
Die folgenden Praxisbeispiele zeigen, wie Unternehmen Cloud-Governance einsetzen und welchen Mehrwert sie dadurch erzielen. Organisationen jeder Größe und Branche können von diesen Vorteilen profitieren.
Verwaltung virtueller Maschinen
Cloud-Governance optimiert das Management von Cloud-Ressourcen durch den Einsatz automatisierter Richtlinien zur Verwaltung virtueller Maschinen (VMs). Diese Automatisierung bietet folgende Vorteile für den IT-Betrieb:
- Kostenoptimierung: Automatisches Herunterfahren ungenutzter VMs, damit Unternehmen nur für tatsächlich beanspruchte Ressourcen zahlen.
- Präzise Kostenallokation: Einsatz standardisierter Tags zur Kategorisierung von Cloud-Ressourcen nach Projekten, Abteilungen oder Kostenstellen.
- Zugriffsschutz: Implementierung granularer Zugriffskontrollen, um sicherzustellen, dass nur autorisierte Benutzer Cloud-Ressourcen bereitstellen und verwalten können.
- Nutzungsanalyse: Detaillierte Einblicke in den Ressourcenverbrauch helfen dabei, Ineffizienzen frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
- Automatisierte Inaktivitätssteuerung: Reduzierung unnötiger Ausgaben durch Richtlinien, die eine maximale Leerlaufzeit festlegen und bei Überschreitung automatisch das Stoppen der VM auslösen.
Reduzierung von Schatten-IT
Cloud-Governance verbessert die Zugänglichkeit offizieller Ressourcen und motiviert Mitarbeitende dadurch, etablierte Strukturen für die Beschaffung von Cloud-Diensten zu nutzen. Dies minimiert den Einsatz nicht genehmigter Ressourcen und drängt die Nutzung von Schatten-IT-Systemen effektiv zurück.
Cloud-Governance unterstützt die Kontrolle von Schatten-IT durch gezielte Richtlinien für:
- Zugriff und Nutzung: Sicherstellung, dass Mitarbeitende ausschließlich freigegebene Dienste und Funktionen innerhalb der genehmigten Cloud-Umgebung verwenden.
- Datenspeicherung: Festlegung von Aufbewahrungsfristen und Zugriffskontrollen, um zu verhindern, dass sensible Informationen auf persönlichen oder unsicheren Cloud-Speichern abgelegt werden.
- Nutzungsüberwachung: Kontinuierliches Monitoring der Cloud-Aktivitäten, um potenzielle Schatten-IT frühzeitig zu erkennen und das IT-Team für weitere Untersuchungen zu alarmieren.
Empfohlene nächste Schritte für die Cloud-Governance
Cloud-Governance sollte als logische und notwendige Erweiterung der allgemeinen IT-Governance verstanden werden. Zwar lassen sich viele klassische Prinzipien übertragen, doch die Cloud-Governance geht entscheidend weiter: Sie berücksichtigt die enorme Skalierbarkeit und die spezifischen Anforderungen moderner Cloud-Umgebungen.
Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die Minimierung von Sicherheitsrisiken. Cloud-Governance ergänzt grundlegende IT-Sicherheitsmaßnahmen und sorgt durch die konsequente Durchsetzung von Regeln für eine höhere Datensicherheit, Integrität und Verfügbarkeit.
Für Unternehmen bedeutet dies konkret:
- Kontrollmechanismen ausweiten:Nutzen Sie Cloud-Governance, um IT- und Sicherheitskontrollen auf alle Systeme auszuweiten – so schützen Sie Informationen unabhängig von ihrem Speicherort.
- Strategie anpassen:Angesichts der rasanten Verbreitung von Cloud-Computing ist es unerlässlich, die traditionelle IT-Governance zu überdenken und durch bewährte Cloud-Governance-Praktiken zu ersetzen.
- Sicherheit priorisieren:Integrieren Sie Governance-Regeln direkt in Ihre Bereitstellungsprozesse, um Sicherheitslücken proaktiv zu schließen und die Compliance dauerhaft zu gewährleisten.